Es gibt nichts Gutes außer...

Sieben Stunden früher als in Österreich hat hier in Singapur das neue Jahr begonnen und ich beginne den Neujahrsblog mit einer guten Nachricht für alle Silvestermuffel: Wer einen Ort sucht um den Feierlichkeiten, dem Trubel und den Erwartungen, die mit dem Jahreswechsel verbunden sind, zu entkommen, ist in Singapur bestens aufgehoben. Aus früherer Erfahrung weiß ich, das gilt auch für andere Teile Asiens. Also, man buche sich ein Hotelzimmer in nicht allzu zentraler Lage und - Silvester wird spurlos an einem vorübergehen. Ich vermute übrigens, das gleiche gilt für Weihnachten. Weihnachten haben wir uns gemacht - im Appartmenthotel in Melbourne. Hätte ich nicht Geschenke besorgt (von langer Hand geplant, was macht Freude, ist leicht und eignet sich für die Reise?) (Erstaunlich: Playmobil ist in Asien und Australien KEIN Thema -„Play..what?“) und huschhusch Christbaumschmuck und Lichterkette gekauft und den Plastik-Gummibaum zum Weihnachtsbaum uminterpretiert, hätten wir nicht alle symbolischen Scheinwerfer eingeschaltet, dann wäre das Christkind vermutlich an uns vorübergeflogen. Hätten wir den Tag nicht so gut geplant mit Kirchgang und Weihnachtsessen - es wäre ein Tag wie jeder andere gewesen. Es war improvisiert, aber es war schön und lustig und ganz anders.

Am Abend des 29. Dezember sind wir in Singapur angekommen. Ich habe Australien und den westliche Lifestyle vor allem aber die kraftvolle Natur, ein wenig wehmütig verlassen. Diese Reise nach down under kam überraschend zu uns und sie war überraschend schön. Die Landung im tropischen und asiatisch-belebten Singapur, einer „gemachten“ Stadt, ein bisschen hart und holprig.

Voll der neuen Eindrücke hat - jedenfalls mich - die Kraft verlassen, einen Silvesterabend zu organisieren. Und so blieb die in letzter Sekunde ergatterte Flasche Champagner ungeöffnet. Der Versuch aus dem obersten Stock des Hotels einen Blick auf das Feuerwerk zu erhaschen scheiterte - mehr als 2,3 rote Punkte irgendwo am Horizont waren nicht zu sehen. Vier müde Nasen klebten an einer Fensterscheibe im 12. Stock. Schließlich wünschten wir uns ein gutes neues Jahr, murmelten uns noch ein paar tröstende Worte zu und schliefen, mehr oder weniger enttäuscht ein.

Den Neujahrstag starteten wir mit einem ausgiebigen Frühstück und viel ruhiger als wir es von uns gewöhnt sind. Wir sind alle stiller, ein bisschen nachdenklich… vielleicht ganz gut am Beginn eines neuen Jahres.

Möge es ein glückliches, gesundes und besonnenes werden!